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Ein erster Gedanke von Nadine Weske

25. September 2025

Manchmal reicht ein einziger Funke, um etwas Neues in Gang zu setzen.

Ein kleiner Moment, ein Satz, eine Begegnung – und plötzlich verändert sich der Blick auf das, was vorher dunkel und schwer schien. Genau deshalb habe ich diesen Blog „Initialfunke“ genannt. Es geht um diese kleinen Zündungen, die uns spüren lassen: Da ist noch mehr. Da ist Bewegung. Da ist Leben – trotz Abschied.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn Verluste alles verändern.

Wenn man das Gefühl hat, es bleibt nichts mehr, wie es war. In meinem Leben gab es solche Brüche mehrfach – persönlich, familiär, beruflich. Ich habe Kinder verloren. Ich habe ein Business loslassen müssen, das ich mit Herzblut aufgebaut hatte. Ich habe Menschen verabschiedet, die einen Teil meines Lebens ausgemacht haben. Und jedes Mal stand ich an diesem Punkt, an dem die Dunkelheit lauter schien als das Licht.

Doch genauso oft waren da auch diese Funken. Manchmal winzig klein, fast unscheinbar. Ein Satz meiner Kinder: „Mama, weißt du noch…?“ Ein stiller Blick während einer Trauerfeier, der mir zeigte: Hier entsteht gerade Verbindung. Ein Lied im Radio, das zur Erinnerung wurde. Oder einfach nur ein Sonnenstrahl, der nach Regentagen durch die Wolken bricht. Solche Momente haben mich gelehrt: Auch im größten Schmerz gibt es etwas, das uns trägt. Es ist nicht das große Feuerwerk, es ist nicht die schnelle Lösung – es sind die kleinen Funken, die den Weg erhellen. Und diese Funken sind es, die zeigen: Trauer hat viele Gesichter – und manchmal öffnet sie auch den Blick für das Leben.

Initium – mein Bestattungsunternehmen – heißt übersetzt „Anfang“.

Ein Anfang dort, wo wir oft nur das Ende sehen. Für mich ist das viel mehr als ein Firmenname. Es ist eine Haltung, die mein Leben geprägt hat: dass nach jedem Verlust die Möglichkeit eines Neubeginns liegt. Nicht sofort. Nicht leicht. Aber möglich. Der Anfang zeigt sich nicht in großen Schritten, sondern in den leisen Momenten: wenn wir wieder atmen, wieder spüren, wieder hoffen.

Dieser Blog ist kein Handbuch. Er ist auch kein Ort für fertige Lösungen.

Er ist vielmehr eine Sammlung meiner Gedanken, meiner Beobachtungen und meiner Erfahrungen. Manchmal ganz zart. Manchmal klar und direkt. Manchmal todesmutig, weil ich glaube, dass wir den Tod nicht umschiffen, sondern nur ehrlich anschauen können. Immer aber mit dem Wunsch, dass ein Satz, ein Bild, ein Gedanke hier zu einem Funken für dich werden kann.
Denn wir alle brauchen Funken. Wenn wir in der Trauer stehen, wenn wir mitten im Leben stolpern, wenn uns der Mut fehlt oder wenn wir etwas wagen wollen. Funken sind klein, aber sie können Licht entzünden. Sie können wärmen, auch wenn alles kalt erscheint. Sie können Wege sichtbar machen, die man vorher nicht gesehen hat.

Und genau hier möchte ich ansetzen. Ich schreibe nicht aus Distanz, sondern aus dem Leben heraus. Als Mutter, als Partnerin, als Frau, als freie Rednerin und Bestatterin. Als jemand, der weiß, wie Abschiede sich anfühlen – und der daran glaubt, dass wir sie nicht nur überstehen, sondern auch gestalten können.

„Initialfunke“ soll dafür stehen, dass wir immer wieder neu anfangen dürfen. Dass in jedem Abschied ein Stück Anfang steckt. Und dass es manchmal eben nur diesen einen kleinen Funken braucht, um den Weg ins Licht zu finden.
Vielleicht findest du dich in meinen Worten wieder. Vielleicht auch nicht – und dann darfst du sie einfach ziehen lassen wie Rauch, der sich im Himmel verliert. Aber wenn ein Gedanke bleibt, wenn ein Satz für dich zu einem kleinen Funken wird, dann hat sich das Schreiben gelohnt.
Denn am Ende braucht es gar nicht viel. Manchmal reicht ein einziger Initialfunke.